Ein Bauernhof ist einer der schönsten „Spielplätze", die man sich für Kinder vorstellen kann, findet Julia Galloth. Schon als Fünfährige hat sie auf dem Hof ihrer Eltern mitgeholfen. Unser Fotograf Peter von Felbert und Autorin Karin Lochner haben die Jungbäuerin einen Tag lang bei ihrer Arbeit begleitet.

Sechs Uhr am Morgen, der Geruch von frischem Gras liegt in der Luft. Die Milchkühe Lia, Blume, Milli, Biene und Tinka recken ihre Köpfe, als sie vertrautes Klappern hören. Jungbäuerin Julia Galloth, 30, eine schlanke Frau mit langen braunen Haaren und spitzbübischem Lächeln, kommt mit dem Melkgeschirr in den Stall. So beginnt jeder ihrer Arbeitstage. Sie wischt die Zitzen der Euter mit Holzwolle sauber; die knetende Berührung setzt Oxytocin frei, auch bekannt als „Kuschelhormon“. Es verstärkt die Bindung zwischen zwei Lebewesen.

  • Kalb im Stall streckt seinen Kopf über eine Absperrung
  • Katze sitzt in Kuhstall auf Balken und trinkt Milch
Bäuerin Julia Galloth sitzt auf einem Melkschemel und melkt eine Kuh

Plop, plop, plop, plop, die Zitzenbecher werden angesteckt, mit Gummischläuchen die Milch angesaugt. Bei Milchkuh Blume ist Julia nach fünf Minuten fertig, bei Nachbarin Milli „dauert das Melken mindestens eine Viertelstunde“. Die Damen sind echte Persönlichkeiten: „Gelassen oder temperamentvoll – wie bei uns Menschen. Manche trödeln, manche mögen es flott.“ Galloths Hände arbeiten mit fließenden Bewegungen, in einem immer gleichen Rhythmus, einer vertrauten Choreografie. Sie streichelt Milli, klopft Biene den Hals und geht weiter zur nächsten Milchkuh, Tinka.

Als Bio-Landwirtin setzt Galloth keine mineralischen Düngemittel ein, da sie langfristig den Boden auslaugen. Sie setzt auf organischen, hofeigenen Dünger, um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern. Es gehe um so viel mehr, sagt Galloth: nicht nur um gesundes Essen für den Einzelnen, sondern auch um eine gesunde Umwelt für die Nachkommen. Erde mit einer sehr hohen Anzahl an lebenden Mikroorganismen verhindert Erosion und Auswaschungen. Ein Boden, der ökologisch bewirtschaftet wird, speichert im Durchschnitt 28 Prozent mehr Kohlenstoff. Bio-Landwirtschaft ist daher ein Beitrag zum Schutz des Klimas, erklärt Galloth.

Den gesamten Einblick in den Tag der Jungbäuerin gibt es im SeeMagazin 2020.


Cover des SeeMagazin 2020
Wo Sie die ganze Story lesen können? SeeMagazin 2020

Wir lieben das Fünfseenland. Die Besonderheit der Region sammeln wir deshalb einmal jährlich mit schönen Bildern und Geschichten in unserem SeeMagazin. Wir treffen interessante Menschen, die mit Begeisterung bei der Sache sind und ihre Leidenschaft zum Beruf machen. Das Motto der Ausgabe 2020: „Menschen, Missionen, Meisterwerke“ – denn es sind neben der einzigartigen Natur, vor allem die Menschen, die die das Fünfseenland so einzigartig machen.