Ist die Cola-Dose echt? Um das herauszufinden, muss man schon ganz genau hinsehen. Die täuschend echten Zeichnungen stammen aus der Feder von Künstler Howard Lee. Die Auflösung ist immer wieder eine Überraschung. Für den Jaguar Owners Club besuchten ihn Journalistin Anna Karolina Stock und Fotograf Robert Ormerod in Nordengland – auch sie mussten zweimal hinschauen.

  • Nahaufnahme von Howard Lees Hand, die einen hyperrealistischen Schoko-Weihnachtsmann zeichnet
  • Howard Lee sitzt am Tisch und zeichnet Schoko-Nikolaus, um ihn herum Bleistifte und weitere Zeichenutensilien
  • Howard Lee erstellt mit Kamera Zeitraffervideos seiner gezeichneten Duplikate
  • Howard Lee zeichnet gelbe Butterfinger-Schokoriegel ab, neben ihm Stifte und weitere Zeichenutensilien

Egal, ob Cola-Dosen, Schoko-Weihnachtsmänner oder andere Süßigkeiten – Howard G. Lee zeichnet einfach alles. Und zwar so realistisch, dass man das Original nicht von der Zeichnung unterscheiden kann. Auf seinem Instagram-Profil lädt der britische Künstler Bilder und Videos hoch, auf denen zwei identisch wirkende Gegenstände zu sehen sind. Doch nur einer der beiden ist echt. „Die Kunstrichtung nennt sich Hyperrealismus“, verrät der 36-Jährige, „eine fotorealistische Übersteigerung der Wirklichkeit, eine überschärfte oder auch idealisierte Realität.“

  • Nahaufnahme von Hand, die Buntstifte hält
  • Nahaufnahme von Howard Lees Händen, die mit Cutter-Messer Stifte spitzen
  • Howard Lees Arbeitsplatz mit installierter Kamera, Beleuchtung, Computerbildschirm zwei Zeichnungen an der Wand

In den sozialen Medien haben seine „Fake oder real?“-Bilder und -Videos schon einen reichweitenstarken Hype ausgelöst. Nicht umsonst hat er über 194.000 Follower bei Instagram und 350.000 auf YouTube. Menschen auf der ganzen Welt sehen Lees Kunst, reagieren darauf und das Allerwichtigste:

Sie beurteilen seine Arbeit ausschließlich nach ihrem visuellen Wert – unabhängig von irgendeinem Establishment.

Dafür setzt sich Lee Tag für Tag an seinen Schreibtisch und zeichnet Illusionen. Je nach Größe und Detailliertheit der Objekte braucht er mehrere Stunden, manchmal mehrere Tage für ein hyperrealistisches Bild. „An meinem berühmten Hotdog saß ich maximal vier Stunden“, berichtet er. „Der Schokoladen-Weihnachtsmann hingegen ist viel detaillierter, 13 bis 15 Stunden wird es sicherlich gedauert haben.“ Doch das ist kein Vergleich zu seinem bisher größten Projekt: eine realistische Zeichnung des Jaguar XE (2020). Trotz anfänglicher Skepsis, den Detaillierungsgrad des Fahrzeugs nicht ausreichend erfassen zu können, erschuf Lee auch hier eine beeindruckende Illusion. „Es war die längste Zeit, die ich je an einer Staffelei stand, allein 50 Stunden nur für die umfangreiche Innenausstattung des Jaguar XE“, schildert Lee. Insgesamt brauchte er rund 140 Stunden, um die Sportlimousine mit all ihren Facetten darzustellen.

  • Howard Lee sitzt im Garten auf einer Bank unter Apfelbaum und zeichnet auf Skizzenblock

Das Ergebnis der Produktion: Ganz persönliche Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt des britischen Künstlers Howard Lee sowie eine interessante Story und Fotostrecke für die Website des Jaguar Owners Clubs.