In jeder ADAC Motorwelt Ausgabe erzählt ein prominentes Doppel aus seinem persönlichen mobilen Leben. Für die vierte Ausgabe des Clubmagazins traf Redaktionsleiter Gordon Detels die Sängerinnen Nena und Ina Müller auf einem Reiterhof bei Lüneburg. Ein Gespräch über Laufen statt Fliegen, hier sein statt weg, Hoffnung statt Angst. Fotografin Charlotte Schreiber porträtierte das erfolgreiche Duo für uns.

Ina Müller reitet hin und wieder auf Sylt, Nena saß zuletzt als Kind im Sattel. Foto: Charlotte Schreiber

80 Kilometer, zwei Welten. Eine Stunde Fahrzeit südöstlich von Hamburg liegt der Reiterhof Witt. Hier, in der 100-Einwohner-Gemeinde Aljarn, herrscht Gelassenheit statt großstädtischer Hektik, Stille statt Lärm und es gibt: ein Funkloch statt LTE. Exakt an der Grundstücksgrenze endet das mobile Internet. Mails checken, auf Instagram Likes zählen? Fehlanzeige. Wer durch das Gatter geht, muss sich eine analoge Beschäftigung suchen. Ina Müller entdeckt einen alten Trecker, der sie an ihre Kindheit erinnert, und klettert sofort hinters Lenkrad. Währenddessen versorgt Nena Timmy, eines der frei laufenden Ponys, mit Futter. Entspannter geht es nicht, perfekte Voraussetzungen für die anstehende Fotoproduktion.

Nena und Ina Müller sitzen auf Strohballen im Traktor-Anhänger
Foto: Charlotte Schreiber

Nena, wenn Ina Müller ein Auto wäre, was für ein Modell wäre sie?

Nena: Auf jeden Fall eins mit einem Rennwagengeräusch, das man schon von Weitem hört. Aber so ganz konkret kann ich mich dazu nicht äußern. Ein Mensch ist für mich ein Mensch und kein Auto.

Ina Müller: Dann mache ich das: Ich würde mich als VW Käfer sehen. Anatomisch, aber auch emotional. Mein erstes Auto war ein Käfer. Und weil ständig etwas kaputt war, hatten wir eine sehr intensive Zeit zusammen.

Nena: Autos mochte ich schon in meiner Kindheit. Deshalb habe ich meinen Führerschein auch pünktlich zu meinem 18. Geburtstag bestanden, weil ich unbedingt selbst fahren wollte. Und in den 80ern habe ich dann eine Weile experimentiert, wollte verschiedene Fahrgefühe ausprobieren. Dabei habe ich lustige Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel lachte mich irgendwann mal ein alter, verrosteter Fiat 500 an. Der kostete damals 400 D-Mark und fuhr sogar noch. Ich habe das Auto geliebt. Es war so unkompliziert: Parkplatzfinden garantiert und geklaut hätte mir das Ding auch keiner. Stieg ich aus dem Auto aus, kassierte ich allerdings oft komische Blicke in der Art „Kann die sich nix Besseres leisten?“. Und als ich dann wiederum mal mit einem Alfa Spider Cabrio im Sommer auf dem Berliner Ku’damm unterwegs war, hieß es: „Die ist aber angeberisch!“

Ina: Bist du mal Porsche gefahren?

Nena: Nein, bei mir war’s eine AC Cobra mit 300 PS. Aber die Pferdestärken waren für mich nicht das Ausschlaggebende. Es waren vor allem die krasse Karosserie und der Sound des Motors.

Nena und Ina Müller sitzen auf Klavierbank vor Klavier und füttern Pony mit Karotten
Pony Timmy kommt öfter mal ins Haus. Auch wenn keine Gäste zu Besuch sind. Foto: Charlotte Schreiber

Ina Müller

Geboren: Am 25. Juli 1965 in Köhlen (Geestland) in Niedersachsen
Ihr Durchbruch: Erste Bekanntheit erlangte die gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin ab 1994 als Teil des Kabarett-Duos Queen Bee. Den bundesweiten Durchbruch hatte die Sängerin, Kabarettistin, Moderatorin und Buchautorin 2007 mit der NDR-Late-Night-Show „Inas Nacht“.
Kurz notiert: Ina Müller kennt sich aus mit Motoren. Sie ist bereits mit fünf Jahren Trecker gefahren.

Nena

Geboren: Am 24. März 1960 als Gabriele Susanne Kerner in Hagen, NRW
Ihr Durchbruch: Schon die erste Single von Nena und Band, „Nur geträumt“ aus dem Jahr 1982, war ein Erfolg in Deutschland. Der Nachfolger „99 Luftballons“ ein Jahr später wurde ein Welthit, schaffte es sogar in die US-Charts. Insgesamt hat Nena bisher über 25 Millionen Tonträger verkauft.
Kurz notiert: Nena spaziert gerne rückwärts durch den Wald.


Cover der ADAC Motorwelt Ausgabe 04/2020
Wo Sie die ganze Story lesen können? ADAC Motorwelt 04/2020

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