Ein Riva-Familientreffen auf dem Starnberger See. Dass dies etwas Besonderes ist, zeigte sich schon bei der Anmeldung. Nach weniger als zwei Stunden war das Event des Riva Club Deutschland ausgebucht. „Der Starnberger See ist wie gemacht für unsere Rivas, schließlich wurden die Boote genau für solche Seen gebaut“, erklärt Konrad Börries, ehemaliger Vorsitzender des Riva Clubs Deutschland. Da aber auf dem Starnberger See die Lizenzen für Motorboote stark limitiert sind, ist es gar nicht so einfach, darauf fahren zu dürfen. Aus dem Fünfseenland und ganz Deutschland sind daher die Mitglieder mit ihren Booten angereist – einige haben ihre Oldtimer-Boote sogar extra aus Italien geholt, nur um einmal mit ihnen den See mit seinem Alpenpanorama genießen zu können.

  • Riva Boot mit vier Personen fährt auf Starnberger See
    Fotos: Jan Greune
  • Kleine Bootsfahne mit Riva-Schrift weht im Fahrtwind

Der Legende nach wurde die berühmte Riva-Werft 1842 in Sarnico am Lago d’Iseo in Norditalien gegründet. Der junge Bootsbauer Pietro Riva reparierte dort nach einem Sturm die massiv zerstörten Fischerboote, bald sprach sich sein Können über die Ortsgrenzen hinaus herum, seine Werft wuchs. Zum Kultobjekt entwickelten sich die Boote aber erst unter seinem Enkel Carlo Riva. Wer zwischen den 1950ern und 1970ern etwas auf sich hielt, leistete sich ein Sportboot von Carlo Riva. Der Jetset um Gunter Sachs, Sophia Loren, Sean Connery und Brigitte Bardot, all die Schönen und Reichen zeigten sich auf einer Riva und verliehen dem Boot Glamour und Sex-Appeal – bis heute umweht es ein gewisser Status. „Wir haben schon ein spezielles Faible. Vielleicht muss man für unsere Begeisterung ein bisschen verrückt sein“, erklärt Konrad Börries lachend.

Doch auch als Außenstehender versteht man spätestens dann die Faszination, wenn man auf dem mahagonigetäfelten Boot einmal Platz genommen hat und der Steuerhebel nach vorne gedrückt wird. Dann donnern die Boote wie amerikanische Straßenkreuzer los, man rutscht tiefer in den weißen Ledersessel hinein und glaubt, über den See zu fliegen. Der Eindruck, in einem Cadillac-Oldtimer zu sitzen, kommt übrigens nicht von ungefähr, denn genau von diesen sind die Riva-Boote inspiriert.

„Die Boote sind für das Wasser gemacht worden und da sollen sie auch hin“, findet allerdings Konrad Börries. Doch sicherheitshalber checken die Teilnehmer des Riva-Treffens nach den Ausfahrten gründlich den Motor und befreien das empfindliche Holz und Chrom von Wasser. Sie möchten schließlich möglichst lange genießen, wofür die Boote gebaut wurden: um Spaß zu haben. Und den hat man nun mal dann, wenn der Fahrtwind durch die Haare weht, die Gischt spritzt und man bei Föhn sogar eine tolle Sicht auf die Berge genießt – so wie auf dem Starnberger See.

Cover des SeeMagazins 2021
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